Teufelsmond
Pater Fürchtegott (nomen est omen) ist ein Klostergelehrter, dessen Tätigkeiten sich bislang hauptsächlich aufs Studium beschränkten. Da er aber wiederholt die wenig christlichen Verhaltensweisen der Kirchenoberen anprangert, wird er in den Knüllwald
geschickt, wo Nachzehrer und Wiedergänger ihr Unwesen treiben sollen. Unterwegs schließt sich ihm Karla, eine junge Frau an, die vor einer bösartigen Stiefmutter und einer Heirat wider Willen davongelaufen ist. Sie gelangen im Spätherbst nach Alwerode im Knüllwald, wo sie im Pfarrhaus Unterschlupf finden. Die eingeschworene Dorfgemeinschaft, abergläubisch und verbohrt, begegnet dem ungleichen Paar misstrauisch, ja feindselig. Der Hass der Dörfler richtet sich hauptsächlich gegen die Familie der außerhalb des Dorfes gelegenen Mühle. Dort erkranken und sterben innerhalb weniger Tage mehrere Familienmitglieder; die Menschen interpretieren das so, dass in der Mühle das Böse haust. Pater Fürchtegott versucht den Ursachen auf den Grund zu gehen; die pragmatische Karla hilft ihm dabei. - Geschichtliche und politische Zusammenhänge spielen in diesem Roman kaum eine Rolle; es geht hauptsächlich um Mythen und Aberglauben der Menschen im Mittelalter. Teilweise beklemmend und durchaus auch spannend, ist das Buch leicht lesbar.
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Teufelsmond
Ines Thorn
Wunderlich (2012)
381 S.
fest geb.