Die fremde Schwester
Nachdem die Gouvernante Rachel Woodley aus Frankreich nach England zurückkehrt, um ihre schwerkranke Mutter zu besuchen, erfährt sie, dass diese bereits gestorben ist. In dem Glauben, dass ihr Vater, ein Botaniker, auf einer Expedition gestorben
sei, als sie vier Jahre alt war, findet Rachel im Nachlass der Mutter ein Foto Lord Admores, der ihrer Erinnerung nach ihrem Vater sehr ähnelt. Erst im Alter von 27 Jahren erfährt sie, dass Lord Admore ihr Vater ist und dass sie eine Halbschwester hat. Mithilfe des Journalisten Simon Montfort schleicht sich Rachel als "Miss Merton", der Cousine des Journalisten, in die High Society Londons ein, um so eine Begegnung mit ihrem Vater zu ermöglichen. Doch statt seiner uneingeschränkten Anerkennung findet sie die Liebe ihres Lebens. - Die Verwandlung von der schüchternen Gouvernante zu Miss Merton ist schwer nachvollziehbar, aber diese Figur ermöglicht es der Autorin, uns aus deren Sicht eintauchen zu lassen in das Panorama der englischen Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts. Traditionell erzählter spannender Gesellschafts- und Liebesroman. (Übers.: Mechtild Sandberg-Ciletti)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die fremde Schwester
Lauren Willig
Wunderlich (2016)
393 S.
kt.