Die Schreiberin

Clara und Barthel sind die Zwillingskinder des Notars Hätzlein in Augsburg, der Vater unterrichtet sie beide im Lesen und Schreiben, der Sohn soll einmal die Nachfolge des Vaters antreten. Als die beiden 15 werden, muss Barthel zur weiteren Ausbildung Die Schreiberin zu einem Notar in einer anderen Stadt. Und Clara schwärmt schon länger für einen jungen Mann, Johann, der eigentlich unerreichbar für sie ist, zumal auch verheiratet. Aber nach ein paar Jahren kommen sie doch zusammen. Johann tut seine Ehe als eine Zwangsheirat ab. Das Liebesverhältnis wird von einem neidischen Verwandten Claras beobachtet, der sie erpresst. Sie fliehen nach Mainz, werden dort beide als Schreiber in das Unternehmen des Johannes Gensfleisch, der sich bald Gutenberg nennt, aufgenommen; sie geben sich als Eheleute aus. Aber Clara ist den Nachstellungen des Vorarbeiters Ruppel ausgesetzt, und mit ihrem Johann wird das Zusammenleben immer schwieriger. Gensfleisch ist drauf und dran, seine Erfindung, das Drucken, zur Reife zu bringen. Und er ist polternd, cholerisch, anmaßend, misstrauisch. Clara findet heraus, dass gerade der übergriffige Vorarbeiter für einen Unternehmer aus Straßburg spioniert. Sie wendet sich an Gutenberg, der anfangs nicht glauben mag, was diese Frau ihm da auftischt ... – Clara Hätzlein hat wirklich gelebt; von ihrem Leben ist aber nicht allzu viel bekannt. Die Autorin hat alle Lücken mit viel Recherche, Fantasie und Mutmaßungen gefüllt, und das ist recht gut gelungen. Das Leben v.a. in der Stadt Augsburg wird ausgiebig thematisiert. Die Zünfte, die Standesunterschiede, die aufstrebenden Fugger, die oft vergeblichen Anstrengungen der Frauen, sich ihre Rechte zu erkämpfen, nehmen viel Raum ein. Das Buch wird von geschichtsinteressierten Lesern bestimmt sehr gut angenommen.

Erwin Wieser

Erwin Wieser

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Schreiberin

Die Schreiberin

Birgit Herold
Krüger (2024)

508 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 620029
ISBN 978-3-8105-0064-9
9783810500649
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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