Die Schicksalsgabe
Die junge Ulrika fühlt sich zeit ihres Lebens als Außenseiterin. Unter Kaiser Claudius (1. Jh. n. Chr.) führt sie das Leben einer vornehmen Römerin. Aber ihr Vater, den sie nie kennenlernte, ist Germane, und von Jugend auf interessiert sie sich
besonders für diese ferne Kultur. Ohne es zu ahnen, hat sie die Gaben einer Seherin, Träume und Visionen sind Teil ihres Lebens. Als ihr im Traum der Vater als Wolf erscheint, macht sie sich unvermittelt auf den Weg, um ihn im hohen Norden aufzuspüren und ihn und sein Volk vor den Angriffen der Römer zu warnen.- Barbara Woods zuletzt erschienene Romane gleichen sich nicht nur in der Aufmachung sehr offensichtlich. Auch die Geschichten und die Erzählweise sind beinahe austauschbar: Junge Frauen in vergangenen/exotischen Kulturen sind auserwählt, besondere Aufgaben zu übernehmen. Dabei erleben sie haarsträubende Abenteuer, bestehen unglaubliche Gefahren und erweisen sich der Liebe eines edlen Mannes als würdig. Der Text und das erzählte Geschehen sind oft von einer lächerlichen Naivität, die bisweilen ans Groteske grenzt, etwa in den Tötungs- und Kampfszenen. Natürlich wird mit Nachfrage zu rechnen sein. Ob man dennoch vielleicht die Taschenbuchausgabe abwarten will, muss jede Bücherei für sich entscheiden. (Übers.: Veronika Cordes)
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Schicksalsgabe
Barbara Wood
Krüger (2012)
461 S.
fest geb.