Die Tore des Himmels
Die ungarische Prinzessin Elisabeth kommt im Jahr 1211 als Kind an den thüringischen Hof um später Heinrich, den Sohn des Landgrafen zu heiraten, der aber auf einem Kreuzzug fällt. Viel später heiratet sie Heinrichs Bruder Ludwig, der nun Landgraf
wird. Eine Liebesheirat, die Elisabeth aber nicht von ihrem Kindheitstraum erlöst, eine Heilige werden zu wollen. Mit Inbrunst kümmert sie sich um die Armen und Kranken im Land und vernachlässigt dabei ihre eigenen Kinder. Ludwig gebietet auch Elisabeths Beichtvater, dem sadistischen Inquisitor Konrad von Marburg, keinen Einhalt, als er Elisabeth, im Gegenzug für seine Bemühungen um ihre Heiligsprechung, Bußen auferlegt, die sie an den Rand ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit bringen. - Spannend und z. T. in der der Zeit angepassten Sprache beschreibt Weigand Elisabeths Leben, deren Wirken durch den Einsatz einer fiktiven Zofe der Heiligen kritisch in Frage gestellt wird. Die Autorin lässt Elisabeth nicht nur im verklärten Licht ihrer selbstlosen Heiligkeit erscheinen, sondern deutet auch auf ihre Ruhmsucht hin. Freunden historischer Romane in allen Büchereien empfohlen.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Tore des Himmels
Sabine Weigand
Krüger (2012)
606 S. : Ill.
fest geb.