Das Bärenfest
Der früher in Mexiko lebende Autor erzählt als Nachfahre katalanischer Emigranten, die wegen des Spanischen Bürgerkriegs ins Exil fliehen mussten, von der Suche eines Mannes nach seinem verschollenen Großonkel Oriol. Dieser soll am Ende des Spanischen
Bürgerkriegs an der spanisch-französischen Grenze Wundertaten vollbracht haben und heldenhaft gestorben sein. Doch die Recherchen ergeben ein ganz anderes Bild und lassen den Heldenstatus mehr als verblassen. Oriol sitzt nämlich im Gefängnis - immer noch, nachdem er wegen verschiedener grausamer Taten verhaftet und verurteilt worden ist. Auf dem Weg, Oriol zu finden, trifft er auf ganz unterschiedliche Menschen: verschrobene Gestalten, riesenhafte Einsiedlerwesen, Wahrsagerinnen, schweigsame Bergbewohner. All dies erzählt Soler in getragenem, manchmal ganz nüchternem Ton bei aller Brutalität. Letztlich wird der Suchende mit der vollen Wahrheit konfrontiert und damit, wozu Menschen fähig sind. - Büchereien mit literarisch besonders interessierten Leserinnen und Lesern sehr empfohlen. (Übers.: Peter Kultzen)
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Bärenfest
Jordi Soler
Knaus (2011)
221 S.
fest geb.