Traurig bin ich schon lange nicht mehr
Drei Schwestern treffen sich gelegentlich bei ihrem verwitweten Vater, der mit seiner neuen Frau auf dem Land lebt. Diese verrät ihnen bei einem dieser Familienfeste ein Geheimnis, das wie Gift den Familienfrieden zerstört: Ihre von ihnen hoch verehrte
verstorbene Mutter hatte einen Liebhaber, der der Vater von einer von ihnen ist! Die Herzen der Schwestern sind verwirrt: Wer von ihnen ist wohl dieses "Kuckuckskind"? Die mittlere Schwester, eben von einem kurz nach der Liebesnacht tödlich verunglückten Geliebten schwanger geworden, erzählt die komplizierte Suche nach der Lösung ihres Familienrätsels (und wiederholt dabei mit "feiner Feder" auch Erinnerungen an glückliche Feste und Feiern einer gemeinsam verlebten seligen Kinderzeit in ihrer heilen Familie), die schließlich auch in überraschender Form und Person gelingt ... - Die junge Autorin (*1979) legt mit diesem ihren Erstlingswerk einen zartbitteren Psychoroman vor, der in ihrer französischen Heimat zu Recht von den Medien hochgelobt wurde und auch bei uns seine Anhänger und begeisterten Leser finden wird. Für Büchereien mit anspruchsvollerer Seelenliteratur herzlich empfohlen. (Übers.: Gaby Wurster)
Georg Bergmeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Traurig bin ich schon lange nicht mehr
Anne Berest
Knaus (2011)
156 S.
fest geb.