Sweet about me
Eine Kette eigentlich tieftrauriger Ereignisse, die durchaus Stoff für ein veritables Drama abgegeben hätten (durch den Helden verursachter Unfalltod der Tochter, den weder er noch seine Frau verwinden, Selbstvorwürfe und die misslingende Adoption
einer "Ersatztochter", Jobverlust, Zerbrechen der Ehe, weil die Ehefrau sich den Zeugen Jehovas anschließt und schließlich als Krönung die Ermordung zweier sadistischer Nachbarn, die das Lieblingslied der verstorbenen Tochter "Sweet about me" von Gabriella Cilmi als Waffe im Nachbarschaftsstreit einsetzen), wird durch die Darstellung des Autors zu einem vorwiegend komödiantisch-witzigen Episodenreigen gestaltet. Infolgedessen wird auch der Klappentext, der z.B. davon spricht, dass "das Leben des Erzählers völlig aus den Fugen" gerät, in seiner Bedeutungsschwere diesem Roman, der in erster Linie die Lachmuskeln des Lesers reizt, nur bedingt gerecht. Tatsächlich fühlt man sich vom Schicksal der Protagonisten selten berührt. Slapstick-artige Situationskomik, karikaturhaft überzeichnete Figuren und ein überschäumender Wortwitz machen den kurzen Roman zu einer sehr unterhaltsamen, aber wenig tiefgründigen Lektüre.
Sweet about me
Dietmar Sous
Knaus (2012)
185 S.
fest geb.