Die Museumsinsel
Fünf große Museen sind auf der Berliner Museumsinsel beheimatet, die seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört: das Alte und das Neue Museum, die alte Nationalgalerie, das Bode-Museum und das Pergamonmuseum. Alle Häuser wurden im 19. Jahrhundert
gegründet und beinhalten große archäologische sowie private Sammlungen zur Renaissance, außerdem Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Der Einleitungstext dieses Bandes erläutert zunächst sehr kenntnisreich die Geschichte von "Spree-Athen", die hochgreifenden Initiativen, der Kultur inmitten Berlin und umgeben von Repräsentationsbauten wie dem Schloss und dem Dom eine angemessene Heimstatt zu geben. Die folgenden Kapitel widmen sich den Museen, die in den Nachwendejahren umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen erfuhren. Hier ist besonders das Neue Museum zu nennen, das erst 2009 wiedereröffnet wurde. An diesem Bau wird anschaulich die Verzahnung von architektonischen und ingenieurtechnischen Leistungen gewürdigt: erbaut im Stil des Klassizismus wurden (für die damalige Zeit) neuartige Eisenkonstruktionen verwendet, die den Baukörper, der auf sumpfigem Baugrund stand, leichter machten. Heute besticht das Gebäude durch seine differenzierte, meisterhaft restaurierte Innenausstattung (die z.B. der "Nofretete" einen wunderschönen Rahmen gibt). Ein interessanter Ausblick auf die Zukunft der Museumsinsel wird schließlich durch die Beschreibung der "archäologischen Promenade" gegeben, die den Ansprüchen des Massentourismus und dem behutsamen Umgang mit den Weltkulturgütern genügen sollen. Ein hochinteressanter Band, der diesem einzigartigen Kunst- und Kulturensemble Rechnung trägt.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Museumsinsel
Kaija Voss. In Zsarb. mit bpk - Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte, Berlin
beb.ra (2011)
Berlin Edition
160 S. : überw. Ill. (z.T. farb.), Kt.
fest geb.