Unfair Play
Als aufmerksamer Zeitungsleser hat man das Gefühl, dass immer mehr von den Schiebereien, die in Bereich des Sports hinter den Kulissen ablaufen, publik werden. Die Öffentlichkeit, um nur einen der aktuellsten Fälle herauszunehmen, war doch sehr
überrascht, als die Entscheidung verkündet wurde, die Fußballweltmeisterschaft 2022 an Katar zu vergeben. Faszinierend, was Jürgen Roth, einer der bekanntesten Enthüllungsjournalisten in Deutschland, dazu an Hintergrundinformationen aufbereitet hat. Sportinteressierte Zeitungsleser erinnern sich sicher, dass 2008 plötzlich das Gerücht auftauchte, der FC Bayern München habe sich das Halbfinalspiel im UEFA-Pokal gegen Zenit Sankt Petersburg abkaufen lassen und deshalb mit 4:0 verloren. In diesem Buch kann man die Hintergründe verfolgen, die zu diesen haltlosen Vorwürfen geführt haben. Im zweiten Abschnitt "Im Sog des Mammons" zeigt der Autor die zumeist geldbestimmten Fakten auf, die zu den Manipulationen im breiten Feld des Sports geführt haben und noch immer führen. Dabei handelt der weitaus überwiegende Teil vom Fußball, in einem kleineren geht es auch um Olympische Spiele oder den Tennissport. Das Kopfschütteln wird bei den Lesern nicht mehr aufhören, die bis jetzt an die Anständigkeit und die Ehrlichkeit beim Sport geglaubt haben. Ganz extrem wird es im Abschnitt "Die Balkanroute oder Die Zukunft des Sports". Wett- und Spielmanipulationen sind an der Tagesordnung und vermutlich auch durch Strafen nicht mehr in den Griff zu bekommen. - Auch wenn man manchmal fast den Überblick verliert, weil die weitestgehend unbekannten, vielen Namen und Ereignisse beinahe den Handlungszusammenhang überdecken, kann das Buch allen sportinteressierten Lesern empfohlen werden.
Gerd Fleder
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Unfair Play
Jürgen Roth
Eichborn (2011)
313 S.
fest geb.