Hundert Tage
2003 reist die amerikanisch-iranische Journalistin Roxana Saberi in den Iran. Drei Jahre später wird ihr dort jegliche journalistische Tätigkeit verboten. Deshalb entschließt sie sich, ein Buch über den Iran und seine Menschen zu schreiben. Doch
ihre vielen Interviews mit Iranern aller Couleur führen dazu, dass sie in ihrer eigenen Wohnung verhaftet wird. Ohne Anwalt und zunächst in Einzelhaft erfährt die knappe 30-Jährige in stundenlangen Verhören, dass sie der Spionage für die CIA bezichtigt wird. Durch Einschüchterungsversuche und leere Versprechungen, sie werde bald entlassen, legt sie anfangs Geständnisse ab, die man ihr diktiert. In diesem Buch rekonstruiert Saberi ihre Erlebnisse während der Haft, aus der sie, wohl v.a. auf internationalen Druck, entlassen wurde. Nachdem sie ihrem Schicksal entkommen ist, verleiht sie denjenigen eine Stimme, die ebenso unschuldig wie sie noch heute der Willkür diktatorischer Regime ausgeliefert sind. - Ein sehr persönliches Buch einer mutigen Journalistin, das in Stil und Sprache auch schon für Jugendliche ab etwa 14 Jahren geeignet ist.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Hundert Tage
Roxana Saberi
Eichborn (2011)
347 S.
fest geb.