Zoom!

"Etwas Kleingeld, genauer: fünf fünfzig Groschen, ein Bibliotheksausweis, soeben erloschen." so beginnt das Gedicht mit der Überschrift "About His Person". Alltäglichkeiten verdichtet, lebensnah und berührend. Simon Armitage versteht es, aus den Zoom! unterschiedlichsten Lebenssituationen heraus den Fokus auf das Wesentliche zu richten und dabei zu minimieren. Besonders im Gedicht "Andromeda" wird sein soziales Engagement deutlich. "Ich hatte mit schweren Fällen zu tun auf Treppen, in Fluren und Trakten der Gefängnisse Ihrer Majestät, spähte durch Gucklöcher, merkte mir Namen, Gesichter, wechselte ein paar Silben mit Bombenlegern und Bankräubern, Mensch zu Mensch". Hier stellt er den gescheiterten Menschen in den Mittelpunkt und verschafft ihm dadurch Aufmerksamkeit. In allen Facetten des Lebens ("ich stecke all meinen Schmerz in eine Tragetüte") kann der Leser sich wiederfinden. Bereits 1989 erschien der vorliegende Band des damals 26-jährigen englischen Lyrikers Simon Armitage. Ein reifes und mit sprachlicher Könnerschaft verfasstes Werk. Die Auswahl und Übersetzung wurde von dem Lyriker Jan Wagner erstellt, der auch das Nachwort verfasste. Von Vorteil ist, dass die Ausgabe zweisprachig ist. Für alle Leser, die am sprachlichen Vexierspiel Vergnügen haben, wärmstens zu empfehlen.

Elfriede Bergold

Elfriede Bergold

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Zoom!

Zoom!

Simon Armitage
Berlin Verl. (2011)

195 S.
fest geb.

MedienNr.: 568008
ISBN 978-3-8270-0906-7
9783827009067
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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