Drachenläufer

Amir und Hassan sind beste Freunde. Amirs Vater gehört 1975 zu den privilegierten Paschtunen in Kabul, Hassan zu den verachteten Hazara und ist Sohn eines Dieners. Trotzdem scheint Amirs Vater ihn mehr zu lieben als den eigenen Sohn. Die Ursache dieses Drachenläufer Konflikts löst sich erst spät auf. Nachdem sich Hassan bei einem Überfall einer paschtunischen Gang wegen Amirs Sieg beim Drachenwettbewerb geopfert hat, überwältigen Scham und Neid seinen Freund Amir und er verrät ihn. Viele Jahre später - Amir und sein Vater mussten vor den Sowjets flüchten und haben in den USA ein neues Leben aufgebaut - bekommt Amir die Gelegenheit, sein Unrecht wieder gut zu machen. Hassan ist zwar schon tot, aber sein Sohn befindet sich in der Gewalt des ehemaligen Peinigers seines Vaters. Diesmal bringt Amir das Opfer und befreit den Jungen. Die anrührende Geschichte um Freundschaft, Verrat, Vater-Sohn-Konflikte vor dem Hintergrund afghanischer Geschichte entfaltet in diesem Comic nur eingeschränkt ihr Potential. Die verkürzte Bildsprache ist zwar dazu geeignet, Emotionen direkter als im Buch dem Leser zu vermitteln. Das ist in vielen Paneelen gut gelungen, es fehlen aber oft verbindende Texte, so dass wichtige Zusammenhänge schwerer zugänglich sind. Dadurch fehlt der Graphic Novel einiges der emotionalen Kraft des Romans. Für Leser, die sich eher von (farbiger) Bildsprache anregen lassen ein Buch zur Hand zu nehmen, immerhin eine Alternative zu dem auch als Zeitdokument wichtigen Buches.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Borromäusverein.

Drachenläufer

Drachenläufer

Khaled Hosseini. Ill. von Fabio Celoni ...
Bloomsbury (2011)

131 S. : überw. Ill. (überw. farb.)
kt.

MedienNr.: 569366
ISBN 978-3-8270-1004-9
9783827010049
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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