Der beste Freund, den man sich denken kann
Max Delauney, ein unverkennbar autistischer achtjähriger Junge, der den Umgang mit realen Menschen scheut und dem jede Veränderung Angst macht, hat sich in seiner Fantasie einen imaginären Freund erschaffen. Nur mit diesem Budo teilt er seine Sorgen
und Nöte. Diese psychische Fiktion erzählt nun aus ihrer Perspektive von den seelischen Nöten ihres Erschaffers, von seinen Problemen mit dessen "normalen" Schulkameraden, besorgten Eltern und Lehrerinnen und von seinen eigenen - als irrealem Wesen - notwendigerweise vergeblichen Versuchen, seinem Schöpfer beizustehen. Immer wieder sorgt sich Budo auch um seine eigene zeitlich befristete Existenz. Nur solange Max an ihn denkt und ihn als psychische Stütze braucht, wird er selbst existieren. Eine Lehrerin, die in Max einen Ersatz für ihren verstorbenen Sohn sucht, entführt Max, - halbwegs mit dessen Zustimmung -, weil sie im Gegensatz zu den unglücklichen, fordernden Eltern seine autistische Behinderung akzeptiert. Und nur mit der Hilfe seines imaginären Freundes gelingt es, Max aus der "liebevollen Gefangenschaft" zu befreien. Diese groteske Befreiungsaktion zwingt den Autor freilich zu ziemlich aberwitzigen Volten, da Budo als immaterielle Existenz per definitionem in reales Geschehen nicht eingreifen kann ... - Der phantastische, manchmal etwas weitschweifige und leider auch reichlich sentimentale Roman des "gelernten" amerikanischen Grundschullehrers mag wohl v.a. bei Jugendlichen gut ankommen. (Übers.: Cornelia Walter)
Der beste Freund, den man sich denken kann
Matthew Dicks
Bloomsbury (2013)
447 S.
fest geb.