Alles, was ist

Philip Bowman, Lieutenant zur See, überlebt mit viel Glück einen japanischen Kamikaze-Angriff vor Okinawa und kehrt 1945 äußerlich wohlbehalten, aber innerlich beschädigt in die Heimat zurück. Damit endet die erste, äußert knappe, aber sehr Alles, was ist dramatische Phase des Romans. Der zweite Teil erzählt in epischer Breite, dennoch mitreißend und in vielen äußerst farbigen Szenen von den etwa 40 Jahren seines weiteren zivilen Lebensweges, von seiner beruflichen Karriere, seinen Reisen, von unzähligen Partys und vielfältigen Bekanntschaften, besonders von seinen verschiedenen Liebesbeziehungen. Sein Ziel, als Journalist bei der New York Times Anstellung zu finden, erreicht er nicht. Immerhin wird er Lektor in einem renommierten Verlag, was ihm Zugang zu interessanten intellektuellen Milieus New Yorks und Europas eröffnet. Am Ende sehen wir den Helden älter und abgeklärter, in melancholisch-heiterer Gemütsverfassung auf sein unstetes Leben zurückblicken. - Dem bisher bei uns viel zu wenig bekannten amerikanischen Autor ist ein wunderbar lebenszugewandter, in seinen Charakteren plastisch ausgestalteter Roman geglückt, von bestechender stilistischer Sicherheit, eine Prosa, verführerisch im Ton, mal elegisch, mal lakonisch, mal überschäumend vor dynamischer Lebenslust. Ein großer Autor, der im hohen Alter von 88 Jahren einen ergreifenden, dennoch manchmal geradezu jugendlich kraftvollen "Männerroman" (J. Salter) hingelegt hat. Der von der Kritik einhellig gefeierte Autor hat den Vergleich mit den auf ähnlichem (erotischen) Terrain sich bewegenden Autoren wie z.B. John Updike oder Philip Roth nicht zu scheuen. Unbedingt empfehlenswert! (Übers.: Beatrice Howeg)

Alles, was ist

Alles, was ist

James Salter
Berlin-Verl. (2013)

366 S.
fest geb.

MedienNr.: 389426
ISBN 978-3-8270-1162-6
9783827011626
ca. 22,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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