Tausend Worte
Charlie hat Schreckliches erlebt und ist deshalb traumatisiert. Sein behandelnder Psychiater verordnet ihm deshalb, seine Lebensgeschichte in täglich tausend Worten niederzuschreiben. Doch Charlie, der Außenseiter, der Dorftrottel, traut sich irgendwie
nicht daran, hat unbewusst Angst, die ganzen Geschehnisse um ihn und seine Freunde James und Sinéad zu erzählen. Er schweift ab, schreibt geradezu enzyklopädische Artikel, um seiner eigenen Vergangenheit zu entgehen. Doch allmählich, ganz unbewusst, beginnt er doch zu erzählen, von sich und den anderen. Und der Leser erfährt vom Leben eines bunten Hundes in einer irischen Kleinstadt, der eigentlich nur Liebe und Freundschaft gesucht hat und dennoch in der Katastrophe endet. - Das Buch ist das literarische Erstlingswerk eines Lehrers. Und es beeindruckt: Eine ebenso originelle wie mitreißende Story, ein ebenso plastischer wie literarisch anspruchsvoller Stil und ein gut recherchiertes Lokalkolorit machen die Lektüre zu einem Vergnügen und lassen nach der letzten Seite hoffen, bald wieder etwas von diesem Autor zu lesen. (Übers.: Gabriele Haefs)
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Tausend Worte
Ciarán Collins
Berlin-Verl. (2014)
444 S.
fest geb.