Wir Erben
In Deutschland werden in den nächsten zehn Jahren grob geschätzt drei Billionen Euro ihren Besitzer wechseln, eine ungeheure Summe, die auch soziale und politische Auswirkungen haben wird. Die junge Journalistin J. Friedrichs untersucht zunächst
die gegenwärtige Ausgangsposition und hat dann versucht, mit reichen Erben ins Gespräch zu kommen, was ihr aber zunächst mehr Absagen als Gesprächsangebote beschert hat. Wie erwartet sind aber die Vorhaben der Erbengeneration höchst unterschiedlich. Manchen ist es direkt peinlich zu erben und sie würden ihr Vermögen gern sozialen Zwecken oder Freunden zur Verfügung stellen, andere kaufen für sich und ihre Familie Immobilien, Häuser und Wohnungen, von denen sie früher nur zu träumen wagten, wieder andere führen das Unternehmen ihrer Eltern engagiert und erfolgreich weiter und dann gibt es natürlich auch solche, die es nur auf den Genuss des Lebens abgesehen haben und die das Geld mit vollen Händen ausgeben. In jedem Fall ist es eine nicht zu unterschätzende Geldsumme, welche auch die Politik auf den Plan ruft und ein Überdenken der Erbschaftssteuer anstößt. - Das Buch mit seiner aktuellen Problematik kann soziologisch und sozialpolitisch interessierten Lesern nachdrücklich empfohlen werden.
Michael Mücke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wir Erben
Julia Friedrichs
Berlin-Verl. (2015)
318 S.
fest geb.