Das 10-Minuten-Projekt
Chiara hat das Gefühl, vor den Trümmern ihres Lebens zu stehen, als ihr Mann sie verlässt und sie beruflich nicht weiterkommt. Ihre wöchentliche Kolumne wurde ihr entzogen und als Schriftstellerin fehlt ihr die Inspiration. Ihre Therapeutin schlägt
ihr vor, einen Monat lang jeden Tag 10 Minuten lang etwas auszuprobieren, was sie noch nie zuvor gemacht hat. Chiara lässt sich darauf ein, mal sind es Kleinigkeiten, wie ein neues Hobby oder rückwärts durch die Stadt zu laufen. Sie lässt sich aber auch auf tiefere Beziehungen ein, kommt ihrer Mutter näher und entscheidet sich, Ato, einen jungen Flüchtling aus Eritrea, den sie schon länger betreut, bei sich aufzunehmen. Gemeinsam mit Ato und anderen Menschen in ihrer Umgebung entdeckt sie vieles, was ihr Leben bereichert. Chiara erkennt, dass die Beziehung zu ihrem Exmann keine Zukunft hat, auch wenn er zu ihr zurückkommen möchte. Ein Jahr nach Beginn des 10-Minuten-Projekts hat sie einen Roman veröffentlich, einen neuen Job als Kolumnistin und ist bereit für eine neue Liebe. - Unterhaltsamer Roman um eine sympathische Frau, die erkennt, dass sie sich auf andere Menschen einlassen und Vertrauen zu sich selbst haben muss, um glücklich zu sein. Mit seiner attraktiven Gestaltung wird das Buch sicher kein Regalhüter. Überall gut einsetzbar. (Übers.: Valerie Schneider)
Evelin Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Das 10-Minuten-Projekt
Chiara Gamberale
Bloomsbury (2015)
204 S.
fest geb.