Wir alle
Der Zustand der Welt ist bedrohlich: Krieg steht bevor, rechte Kräfte sind erstarkt, Krankheiten breiten sich aus. Inmitten dieser instabilen Lage betreibt Sonja ein Pfandleihhaus, in dem Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft Wertgegenstände
in Verwahrung geben. So zählen etwa eine unter Depression und Lebensangst leidende Studentin, ein Flaschen- und Metallsammler und ein Unternehmer im Ruhestand, der insgeheim in Sonja verliebt ist, zu ihren Kundinnen und Kunden. Ihre Lebensphilosophien könnten nicht unterschiedlicher sein, doch als sich eines Nachmittags alle vier im Laden befinden und die Lage in der Stadt zu eskalieren droht, findet sich die Gruppe unfreiwillig auf einem gemeinsamen Roadtrip wieder. – In einer zunehmend dystopischen, aber womöglich nicht allzu weit entfernten Zukunft folgt der Roman den vier Charakteren, ergänzt um die Einordnung durch eine außenstehende Ich-Perspektive. Insbesondere, aber nicht nur in diesen Passagen ist die Sprache überaus bildhaft und experimentell, was den Lesefluss oft erschwert. Eher für ein ausgewähltes Publikum interessant.
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wir alle
Kerstin Preiwuß
Berlin Verlag (2026)
236 Seiten
fest geb.