Mogadischu

Ein deutsches Ehepaar mit zwei Kindern macht 1977 Urlaub auf einem Campingplatz in Italien. Nach einigen Tagen verschwinden plötzlich die Mutter und der 5-jährige Kornelius. Die 11-jährige Tochter Friederike, genannt Fritzi, bleibt mit dem Vater Mogadischu zurück. Schnell zweifelt das Mädchen an den Beteuerungen des Vaters, der Bruder sei wegen seiner chronischen Bronchitis mit der Mutter zur Kur gefahren. Fritzi hat niemanden, mit dem sie über ihre Trauer sprechen kann, für den Vater versucht sie, stark zu sein. Als im Oktober das Flugzeug Landshut entführt wird, ist das fantasiebegabte Mädchen überzeugt, Mutter und Bruder seien an Bord. Die Lücke, die die beiden hinterlassen, spürt sie jeden Tag schmerzlich. 47 Jahre später, nach dem Tod von Kornelius, nehmen sein Sohn Tim und Fritzi Kontakt auf. Fritzi ist Innenarchitektin geworden, Tim ist Student und Klimaaktivist. Vorsichtig nähern sich Tante und Neffe aneinander an und bemühen sich, das langjährige Schweigen zu durchbrechen, das in der Familie herrschte. – Sandra Hoffmann hat ein intensives Buch über Verlust und Sprachlosigkeit geschrieben. In abwechselnden Kapiteln kommen Fritzi und Tim zu Wort. Dabei wendet sich die Tante an ein „Du“, ihren Neffen, dem sie ihre Lebensgeschichte erzählt. Tim hingegen spricht seinen Therapeuten an. – Eine psychologische Familiengeschichte für alle Bestände.

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Mogadischu

Mogadischu

Sandra Hoffmann
Berlin Verlag (2026)

232 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625824
ISBN 978-3-8270-1545-7
9783827015457
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.