Unser Haus am Meer
Jane Fielding, 12, lebt mit der alleinversorgenden Künstler-Mutter und drei jüngeren Geschwistern in einem einfachen Haus am Meer, nahe Massachusetts. Jane liebt die Sommer-Idylle, doch spürt sie auch eine Unruhe, sie möchte Abenteuer erleben.
Die 14 "Abenteuer" ihres Sommers führen letztlich zu einer Entkindlichung, indem sie ihr Vertrauen in die Erwachsenen verliert, die einander und sich selbst mehr oder weniger ausnutzen und betrügen - allen voran die egozentrische Pastorin und die durchtriebene Mrs. Pumpkin, die Jane zu unentgeltlichen Babysitterdiensten erpresst. All dies geschieht undramatisch; die Ich-Erzählerin schildert die Geschehnisse naiv-vertrauensselig, stets jedoch so, dass sich dem Leser die Zumutung, Skurrilität und Ungeheuerlichkeit der Ereignisse klar erschließt. Letztlich geht das Buch mit den Schwächen der Erwachsenen großmütig um, v.a. mit Janes bohemehafter Mutter, die den Kindern zwar ihre verschiedenen Väter vorenthält, dafür aber zuverlässige und liebevolle Bindung anbietet. - Ein wundervolles, liebevoll-humoriges Buch, das auch Erwachsenen wärmstens empfohlen werden kann.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Unser Haus am Meer
Polly Horvath
Bloomsbury (2011)
249 S.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 11