Das Ende der Welt
Nach der großen Katastrophe ist die Welt verfallen, alles medizinische und technische Wissen der Menschheit verloren, der Himmel permanent von dichten Wolken bedeckt. Es ist kalt und dreckig,die Menschen arm und ungebildet. Die Gesellschaft ist aufgeteilt
in die ungebildeten, rechtlosen Arbeiter, Zefs genannt, die Regierungsschicht der Senatsbürger und in die grausamen und abgestumpften Soldaten. An seinem fünfzehnten Geburtstag würde Kjell zum ersten Mal mit bloßen Händen einen Menschen töten, und dann wäre er endlich ein richtiger Soldat. Der Junge kann diesen Augenblick kaum mehr erwarten, sieben lange und harte Jahre Ausbildung liegen hinter ihm, sie haben ihn roh, gewalttätig und völlig gefühlskalt gemacht, eine Tötungsmaschine, die blind gehorcht. Die einzige Person zu der er so etwas wie Zuneigung empfindet, ist sein Ausbilder. Als dieser ihn jedoch während einer wichtigen Mission bei einem Militärputsch hintergeht, durchschaut Kjell langsam die faulen Machenschaften des Militärs und begibt sich mit der hübschen Präsidententochter Leela auf eine abenteuerliche Flucht quer durch Deutschland. Sie wollen den Rebellen beitreten und das Militärregime stoppen, doch ihre Verfolger sind bestens vernetzt und ihnen immer dicht auf den Fersen. Das Zielpublikum dieses utopischen Jugendromans sind wohl hauptsächlich männliche Leser ab 14 Jahren. Sehr detailreich und kalt schildert der Ich-Erzähler die schrecklichsten Gräueltaten in einer Welt nach einem großen Unfall, etwa einer Atomkatastrophe etc. Es stellt sich die Frage, ob der Roman als Gesellschaftskritik und Warnung zu verstehen ist, oder doch nur ein weiteres sehr seichtes, gewaltverherrlichendes Buch für Jungs. Auch wenn der Autor sicherlich ersteres beabsichtigt hat, so ist doch zu befürchten, dass die subtile Kritik vom Zielpublikum nicht als Denkanstoß verstanden oder erkannt wird, sondern zwischen der ganzen Gewalt untergeht.
Verena Aignesberger
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Ende der Welt
Daniel Höra
Bloomsbury (2011)
377 S. : Kt.
fest geb.