König Dame Joker

Der 17-jährige Alton Richards hat noch keine Pläne für die Sommerferien, als sein blinder Erbonkel Lester Trapp, ein leidenschaftlicher Bridgespieler, ihn für wenig Geld als Kartenleger engagiert. Die Eltern jubeln, hoffen sie doch, dass Alton König Dame Joker den unzugänglichen Onkel zu einem hohen Erbanteil bewegen kann, doch Alton ist nicht berechnend. Er interessiert sich zunehmend für die faszinierende Welt des Bridge-Spiels und die geheimnisvolle Vergangenheit seines Onkels und seiner angeblich "irren" verstorbenen Spielpartnerin. Dass er sich dabei in deren vermeintlich schizophrene Enkelin Toni verliebt, machen Altons Schritte auf dem Weg zum Erwachsenwerden nicht leichter. Nach dem Tod des Onkels hört auch Alton "Stimmen", Trapps Stimme; mithilfe dieser Stimmen - und hier geht der Roman in eine recht raumgreifende fantastische Richtung - gewinnen Alton und Toni sogar die nationalen Meisterschaften. - Erfolgsautor Sachar ("Löcher") macht keinen Hehl aus seiner Absicht, "Bridge" zu promoten (vgl. Vorrede); immer wieder werden vertiefende und erklärende Erläuterungen zu dem Spiel in die Handlung eingearbeitet, die aber, laut Anleitung des direkt mit dem Leser kommunizierenden Ich-Erzählers Alton, übersprungen werden können; ein auch im Roman auftauchender fiktiver Experte (Syd Fox) schreibt gar einen 20-seitigen kommentierenden Anhang. Dennoch ist das Jugendbuch mehr als eine Anleitung zum Bridge-Spiel: Es begleitet den Weg eines unsicheren und naiven, ehrlichen und sensiblen 17-jährigen Jungen, der sich von den Manipulationen seiner Mitwelt freimacht und lernt, seine "eigenen Karten" (341) zu spielen. Recht speziell, aber unbedingt lesenswert! (Übers.: Werner Löcher-Lawrence)

Birgit Karnbach

Birgit Karnbach

rezensiert für den Borromäusverein.

König Dame Joker

König Dame Joker

Louis Sachar
Bloomsbury (2011)

362 S.
fest geb.

MedienNr.: 349017
ISBN 978-3-8270-5468-5
9783827054685
ca. 16,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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