Backen & der Sinn des Lebens
Helen Goh, gebürtige Malaysierin mit chinesischen Wurzeln, machte Karriere als Chefrezeptentwicklerin für den Starkoch Ottolenghi. In ihrem neuesten Buch hat sie 100 ihrer besten Backrezepte zusammengestellt und ausführlich kommentiert. Das geht
von Aprikosen-Galettes mit Chrysanthemen-Frangipane über Karpatischen Geburtstagskuchen bis zu Zitronen-Ricotta-Cheesecake. Aber auch weniger Exotisches wird präsentiert wie Apfelkuchen mit Ingwerguss, Geschichtete Honigtorte oder Mosaikkuchen mit Rhabarber, Vanille und Mandel. Jedes Rezept wird ausführlich in allen Schritten vorgestellt, ein ganzseitiges Foto macht Appetit aufs Backen. Auch die „backphilosophischen“ Begleittexte machen das Buch interessant. Zwei Minuspunkte seien aber vergeben und nicht verschwiegen: Wenn die Begleittexte schwach auf grünes Papier gedruckt sind, macht das Lesen enorme Schwierigkeiten und man verliert den Spaß daran. Und die Rezepte sind im Buch auch nicht nach den üblichen Kategorien geordnet, sondern nach Gohs eigener Philosophie in „Geben, Nehmen & Teilen“, „Umsorgen“, „Feiern“, „Erinnern & Bewahren“, „Gemeinschaft & Zugehörigkeit“, „Rituale & Traditionen“ sowie „Lernen, Wachsen & Erfolge feiern“. Wer gezielt nach etwas sucht, muss sich durch das Register im Anhang arbeiten. So ist das Buch doch eher was zum Schmökern für Kulinariker. – Dennoch ein schönes Backrezeptebuch mit vielen interessanten Anregungen. Für größere Bestände.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Backen & der Sinn des Lebens
Helen Goh
Dorling Kindersley Verlag GmbH (2026)
335 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.