Zwielicht. Verrat.
Die Kunstdozentin Nea Hallgren und ihre exzellente ehemalige Studentin Nadezhda Volkova haben es im ersten Teil dieser Trilogie, „Dämmerung. Falsch“ (Besprechung online), geschafft, zusammen mit dem korrupten Ermittler für Kunstfälschungen,
Roger Forsén, ein vermeintliches Originalgemälde des russischen Malers Ivan Botkin zu verkaufen und dabei einen hohen Gewinn erzielt. Nadezhda malt noch eine weitere Fälschung während Nea plausible Nachweise für die Echtheit des Werkes produziert. Mit der neuen Fälschung fahren Nea und Roger zu einem Kunsthändler in London. Aber eigentlich möchte Nea Roger loswerden, damit sie ohne ihn das lukrative Geschäftsmodell weiterführen können. Nadezhda treibt allerdings die wachsende Sorge um, aufzufliegen. Sie möchte lieber eine Karriere mit ihren eigenen Gemälden starten. Derweil versuchen einerseits Vertreter der russischen Unterwelt und andererseits ein ambitionierter Kommissar, den Kunstfälscher:innen auf die Schliche zu kommen. Sie stellen außerdem unangenehme Fragen zu Nadezhdas verschwundenem Stiefvater. – Das Autorenduo Nevala und Karlsson hat sich einen ausgefallenen, sehr spannenden Plot ausgedacht. Der internationale Kunstmarkt, in dem eine hohe Dunkelziffer von Fälschungen vermutet wird, eignet sich hervorragend als Schauplatz eines Krimis. Die beiden Protagonistinnen, die aus familiären Gründen unfreiwillig in die Kriminalität abgerutscht sind, sind glaubwürdig gezeichnet. Ein aufregender, gut geschriebener Krimi voll unerwarteter Wendungen.
Maria Holgersson
rezensiert für den Borromäusverein.
Zwielicht. Verrat.
Nevala & Karlsson ; aus dem Schwedischen von Karoline Hippe
DuMont (2023)
381 Seiten
kt.