Das Ende der Wahrheit?
Wie kann man aus der Fülle von Informationen die 'Wahrheit' herausfiltern – und vor allem: was meinen wir, wenn wir von der 'Wahrheit' sprechen? Schon immer fand der Mensch Wege, seine Mitmenschen zu manipulieren und deren Sicht auf die Welt zu
beeinflussen. Dabei kann es sich um dreiste Lügen ebenso handeln wie um die Verbreitung von Halbwahrheiten. Die Möglichkeiten, eigene Inhalte zu kreieren und diese mit hoher Geschwindigkeit zu verbreiten, sind im Zeitalter des Internets ein besonders gefährliches Einfallstor für Fake News und Hetze. Zum Problem kann es aber auch werden, wenn Journalisten glauben, ethisch vermeintlich höherstehende 'Meinungen' als 'Wahrheiten' zu verbreiten. Werden Fakten ausgeblendet – gleichgültig aus welchem Grund – entsteht Misstrauen. Die Professorin für Strafrecht und Direktorin des Instituts für Medienrecht an der Universität Leipzig belässt es jedoch nicht bei der Analyse, sie macht darüber hinaus Vorschläge für Änderungen des Strafrechts und spricht die damit verbundenen Probleme an. Hoven greift für ihre Untersuchung auch auf aktuelle Ereignisse wie die Flüchtlingskrise von 2015 oder die Corona-Pandemie zurück. – Für alle Büchereien zur Einstellung empfohlen!
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Ende der Wahrheit?
Elisa Hoven
DuMont (2025)
303 Seiten
fest geb.