All die Liebenden der Nacht
Fuyuko ist 34 Jahre alt und arbeitet als Korrekturleserin bei einem kleinen Verlag in Tokio, als sie das Angebot erhält, nebenberuflich für einen großen Verlag Aufträge zu erledigen. Ihre Kontaktperson ist die selbstsichere Hijiri. Fuyuko ist eine
introvertierte Frau, hat keine Sozialkontakte und lebt isoliert in einer kleinen Wohnung. Ihre einzige Freude ist ein Spaziergang, den sie jedes Jahr in der Nacht ihres Geburtstages am 24. Dezember unternimmt. Sie liebt das Licht, das in der Nacht alle Dinge anders erscheinen lässt. Hijiri sucht den Kontakt zu Fuyuko, die beiden gehen gemeinsam aus und telefonieren regelmäßig. Ihre innere Anspannung und Einsamkeit kann Fuyoko nur mithilfe von Alkohol ertragen. In klaren Momenten fängt sie an, ihr Leben zu reflektieren. Wann hat sie jemals eine eigene Entscheidung getroffen? Welches Leben wünscht sie sich überhaupt? Fuyuko plant, sich für einen Kurs an einem Kulturzentrum einzuschreiben. Dort lernt sie den älteren Physiklehrer Herrn Mitsutsaka kennen. Seit einer traumatischen Erfahrung in ihrer Jugend hat sie keinen Kontakt mehr zu Männern gehabt. – Die gefeierte Autorin Kawakami erzählt in ihrem poetischen Roman von Frauen, die auf der Suche nach einem Lebensentwurf sind.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
All die Liebenden der Nacht
Mieko Kawakami ; aus dem Japanischen von Katja Busson
DuMont (2023)
236 Seiten
fest geb.