Die Farbe zwischen Himmel und Meer

In ihrem beeindruckenden Debütroman erzählt die Autorin die Geschichte einer Frau, deren ganzes Dasein durch ihre außergewöhnliche Begabung und leidenschaftliche Liebe zur Malerei bestimmt ist. Für ihren Erfolg muss sie einen sehr hohen Preis Die Farbe zwischen Himmel und Meer entrichten. Unter großen Opfern und ständigen Gewissensbissen stiehlt sie sich die Zeit für ihre Leidenschaft. Ihren vier Kindern will sie dennoch eine gute Mutter sein. Ihr narzisstischer, dandyhafter Ehemann, selbst ein renommierter Künstler, wendet sich, als er ihre überlegene Genialität erkennen muss, immer mehr von ihr ab und reagiert auf ihren wachsenden Erfolg mit Untreue, Eifersucht und Selbstzerstörung im Alkohol. Auch wenn hier Beziehungen zerbrechen, ist es weniger eine "herzerwärmende Liebesgeschichte" (Umschlag), als vielmehr eine bedrückende "Beweisführung", dass es noch in der zweiten Hälfte des 20. Jh. für eine Frau fast unmöglich ist, die verschiedenen von der Gesellschaft zugewiesenen Rollen als Tochter, Ehefrau und Mutter mit einer Künstlerexistenz zu vereinbaren. Realismus, Sensibilität und hohe sprachliche Meisterschaft zeichnen diesen von Kathrin Razum stilsicher übersetzten Roman aus. Man möchte fast glauben, die Autorin habe für diese fiktive Künstlerbiografie ein konkretes Vorbild vor Augen gehabt. Und ganz offensichtlich versteht die Autorin eine Menge von dem geschilderten Metier. Anders wären die beeindruckend sensiblen Beschreibungen der fiktiven Kunstwerke, die einen breiten Raum im Roman einnehmen, ohne diesen freilich zu zerdehnen, nicht zu erklären. (Übers.: Kathrin Razum)

Die Farbe zwischen Himmel und Meer

Die Farbe zwischen Himmel und Meer

Francesca Kay
DuMont (2011)

254 S.
fest geb.

MedienNr.: 567991
ISBN 978-3-8321-9550-2
9783832195502
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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