Sommertöchter
In zwei parallelen Strängen schildert die Erzählerin ("Juno") ihre unbeschwerte Jugend in einer deutschen Vorstadt zusammen mit ihrer Mutter, die Buchhändlerin ist, und ihrem oft für längere Zeit abwesenden Vater - der dann überraschend stirbt,
worauf die Mutter bald von einem Geliebten eine zweite Tochter, Anna, bekommt - sowie ihrem geheimnisvoll in der französischen Bretagne geerbten und später erkundeten Fischerhaus am Strand, wo sie ein Parallelleben ihres Vaters entdeckt, dessen Tochter Julie - von einer anderen Frau, also Junos Halbschwester - in dem verwahrlosten Strandhaus lebt und sich eine gemeinsame Zukunft mit ihrer deutschen Halbschwester, eben den "Sommertöchtern", vorstellen kann ... Was sich in dieser Zusammenfassung wie eine verwirrende Geschichte liest, wird von der jungen Autorin (die bei der Abfassung des Romans kaum 25 Jahre alt war) klar dargelegt und anschaulich-liebevoll erzählt als leuchtende Schilderung einer unbeschwerten Vorstadtjugend und sonniger Urlaubszeiten mit unkomplizierten Menschen an der bretonischen Küste. Als leicht lesbarer und tröstlich-heiterer Sommerroman geeignet für jede Bücherei.
Georg Bergmeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Sommertöchter
Lisa-Maria Seydlitz
DuMont (2012)
208 S.
fest geb.