Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel
The Seville on Roxy. 162 Wohneinheiten, zwei Aufzüge und 27 Stockwerke. Ian wohnt auf einem Balkon in der obersten Etage. Vor ihm erstreckt sich die Stadt, schön und groß, da gibt es sehr viel mehr zu sehen, als die vier Liter Wasser in seinem Goldfischglas,
und interessantere Gefährten zu treffen als seinen ewig mampfenden Mitbewohner Troy. Als die Bedeckung seines Zuhauses verschwindet, packt er die Gelegenheit beim Schopf. Mit einem schnellen Schlag seiner Schwanzflosse schießt Ian nach oben, in die Freiheit. Ein Goldfisch braucht weniger als 4 Sekunden, um die Entfernung zwischen dem 27. Stock und dem darunterliegenden Gehsteig zu überwinden. 4 Sekunden, in denen Ian mehr erlebt als in seinem bisherigen Leben. Er beobachtet den Bauarbeiter Garth, in dessen Wohnung der Hausmeister Jimenez einen gar nicht kaputten Wasserhahn repariert. Er fliegt an einer seltsam sterilen Wohnung vorbei, in der die "aggressiv introvertierte" Claire ihrem Job nachgeht, den sie liebt, aber nicht mehr lange behalten wird. Ian sieht auch Petunia Delilah, deren Handy im alles entscheidenden Moment den Geist aufgegeben hat, und Herman, der in allen entscheidenden Momenten in Ohnmacht fällt. Zu guter Letzt trifft er auf Faye, die ihm indirekt sein Abenteuer ermöglicht hat, da ihr T-Shirt verschwunden ist, und Connor, Ians Besitzer, ihr eines leihen musste. - Verschiedene Alltagsausschnitte ergeben im großen Ganzen eine wunderbare leichte Sommerlektüre mit einem bittersüßen Nachgeschmack. Sehr empfehlenswert. (Übers.: Annette Hahn)
Verena Aignesberger
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel
Bradley Somer
DuMont (2015)
319 S.
kt.