Erst wenn du tot bist
Um ihre traumatischen Erlebnisse als Kriegsberichterstatterin hinter sich zu lassen, kehrt die 34-jährige Fanny Wolff in ihre Heimatstadt Stralsund zurück, um dort als Lokalreporterin zu arbeiten. Noch vor ihrem ersten Arbeitstag findet sie am Strand
die Leiche einer jungen Frau. Ihr Zwillingsbruder Lars, der als Kriminalkommissar die Ermittlungen zu diesem Todesfall leitet, geht zunächst nicht von Mord aus. Doch Fanny lässt nicht locker und ermittelt auf eigene Faust. Dadurch findet sie sich in einem Milieu rund um Hartz IV, Jugendamt und Hoffnungslosigkeit wieder. Neben dem Kriminalfall beschreibt die Autorin, die in Deutschland und Israel lebt, die Flüchtlingskrise und die damit verbundenen Sorgen der Bevölkerung in Ostdeutschland. Merkels Flüchtlingspolitik wird ebenso kritisiert wie der Umgang von jungen Menschen mit sozialen Netzwerken und die kirchlichen Sozialverbände. Dabei bleibt sie an der Oberfläche, für eine ernsthafte Auseinandersetzung bleibt kein Raum und ist im Umfeld des locker und sprachlich einfach gestrickten Krimis auch nicht gewollt. In KÖB überflüssig.
Barbara Dorn
rezensiert für den Borromäusverein.
Erst wenn du tot bist
Katharina Höftmann
Berlin-Verl. (2016)
Berlin-Verlag-Taschenbuch ; 1028
298 S.
kt.