Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim

Maxwell Sim ist alleine auf eine Art, die Depressionen erzeugen könnte. Die Rückblenden auf sein Leben zeigen das Bild des ewigen Verlierers, der zwar immer wieder auf die Füße fällt, aber dann doch seine Chancen vertut. Und hinter seiner Fassade Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim des normalen Mittelstandsengländer verbirgt sich eine ganz andere Persönlichkeit. Und die verhindert, dass seine Bemühungen um ein angepasstes Leben Erfolg haben. Nun ist Maxwell Sim nicht der einzige, der scheitert. Auch bei seinem Vater scheint der Aufenthalt in Australien eher eine Flucht zu sein. Konfrontiert mit den Tagebüchern seines Vaters und der merkwürdigen Freundschaft zu einem Roger dringt Maxwell Sim zur wahren Persönlichkeit seines Vaters und zu sich selbst vor. Sein Scheitern bei der Reise als Handelsvertreter für ökologische Zahnbürsten und seine skurrile Liebe zur Stimme seines Navigationsgerätes erkennt er als Ausdruck unterdrückter Homosexualität, gespiegelt durch die Flucht seines Vaters vor den gleichen Neigungen. Und am Ende enttarnt sich der Autor als gottähnlicher Schöpfer der Protagonisten, erinnert damit an Jostein Gaardeners Philosophie. Nur dass dieser Roman mit dem speziellen englischen Humor für Unterhaltung sorgt, sofern man diese skurrile Art schätzt. Als Unterhaltung mit Tiefsinn zu empfehlen.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Borromäusverein.

Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim

Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim

Jonathan Coe. Gesprochen von Stephan Schad ...
Jumbo (2011)

Goya Lit
6 CDs
CD

MedienNr.: 344812
ISBN 978-3-8337-2766-5
9783833727665
ca. 24,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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