Das Geräusch des Lichts
Zunächst vereint die fünf Menschen das Wartezimmer eines Nervenarztes. Eine der Wartenden denkt sich Geschichten zu diesen Menschen aus, Geschichten, die so ungewöhnlich sind, wie das Leben sein kann, wenn man sich nicht an die allgemein üblichen
Normen hält. Alle fünf vereint ein Bezug zu Kanada und der Verlust eines nahestehenden Menschen. Kunstvoll sind alle Geschichten miteinander verwoben und spüren der Magie nach, die in der sichtbaren Welt verborgen sein kann. Dabei sticht die Musik des Nordlichts besonders hervor und wird zur Metapher für all die Phänomene der Natur, die real existieren und dennoch nicht wahrgenommen werden, jedenfalls nicht von denen, deren Sicht der Welt sich auf pragmatisch Nutzbares und vordergründig Greifbares beschränkt. Mit dieser Einstellung beutet eine Ölgesellschaft das Land aus, ohne sich um die dadurch verursachte Umweltkatastrophe zu kümmern. Auch vor Mord schrecken die profitgierigen Ölmagnaten nicht zurück, um die Umweltschäden weiter zu vertuschen. So schlägt die Autorin einen alle verbindenden Spannungsbogen um ihre Protagonisten. Zunächst befremdlich, entwickelt der Roman schnell einen Sog in die Geschichte, der sensible Hörer kaum unbeeindruckt lässt. Besonders hervorzuheben ist der 12/13-jährige David Hofner, der die Stimme des Jungen übernimmt, der den Verlust von Mutter und Schwester fantasievoll zu verarbeiten sucht. Keine einfache Unterhaltung, aber für an psychologischen Studien Interessierte empfehlenswert.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Geräusch des Lichts
Katharina Hagena. Gesprochen von Holger Dexne ...
Goya Lit (2016)
4 CD (ca. 357 Min.)
CD