Haut, so weiß wie Schnee
Wim Tanner, Faktotum von Dr. Saalfeld, dem Vorstands-Vorsitzenden eines Pharma- und Kosmetikkonzerns, setzt eine Vampirfledermaus auf Jette an, da man als Grund für ihre makellose Haut eine genetische Mutation vermutet, die man zwecks Gewinnmaximierung
für ein neues Kosmetik-Produkt nutzen möchte. Soweit der Grundgedanke. Leider bleibt der Plot durchgehend auf diesem konstruierten 3-Fragezeichen-Niveau, steigert sich allerdings zunehmend in puncto Thrill und Brutalität. Natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen, ebenso wenig eine fantasievolle Überraschung am Ende. Sind auch die handelnden Personen insgesamt recht überzeugend gezeichnet und herausgearbeitet, so wirkt die Handlung doch recht unausgereift und unentschieden. Der Plot verweist auf ein jüngeres Publikum (ab 12) und könnte hier wichtige und kritische Impulse setzen. Die zunehmende Gewalt in den Teilen 2 und 3 dagegen zielt auf ältere Jugendliche, die aber einen überzeugenden Realitätsbezug vermissen werden. - So kann der erste Jugendroman der Autorin nicht empfohlen werden.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Haut, so weiß wie Schnee
Andrea Steinert
Baumhaus (2011)
303 S.
fest geb.