Überleben
Alma Hirschel ist die Mutter der österreichisch-amerikanischen Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger. Mutter und Tochter haben gemeinsam drei Konzentrationslager überlebt. Klüger erzählt davon in ihrem Buch „Weiter leben:
Eine Jugend“. Die Mutter beginnt ihre autofiktionalen Erzählungen 1938 in Wien. Sie beschreibt, wie sich das Leben der jüdischen Bevölkerung nach dem Einmarsch der Deutschen verändert. Ihre Tochter Ruth darf nicht mehr zur Schule gehen, die Familie wird enteignet. Während ihr Mann ins Gefängnis muss, arbeitet sie in einem jüdischen Krankenhaus. Eine beantragte Ausreise nach Amerika kommt nicht zustande. Mutter und Tochter werden nach Theresienstadt deportiert. Hirschel erzählt von den unmenschlichen Bedingungen, von Hunger, Kälte und Willkür. In Auschwitz überleben beide die Selektion nur, weil sie sich ein zweites Mal aufstellen. Von Groß-Rosen aus werden sie auf einen Todesmarsch geschickt. Ihre gefährliche Flucht endet in Straubing mit der Befreiung durch die Amerikaner. – Die Erzählungen wurden im Nachlass von Ruth Klüger gefunden. Sie waren zum Teil in englischer Sprache verfasst. Die Nachlassverwalterin Gesa Dane ergänzt das Buch durch eine biografische Skizze des Lebens Alma Hirschels, die sich im Text Berta Klinger nennt. Sehr lesenswert, auch für jugendliche Leser:innen geeignet.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Überleben
Alma Hirschel ; herausgegeben von Gesa Dane
Wallstein Verlag (2025)
248 Seiten
fest geb.