Die da oben

Wo komme ich her, wie beeinflusst das mein Leben und wo gehe ich hin? Diesen Fragen geht der in Erfurt geborene und heute in Leipzig lebende Autor Anselm Oelze in seinem neuen Roman nach. Ein junges lesbisches Paar zieht in eine schöne Leipziger Altbauwohnung. Die da oben Die aus einfachen Verhältnissen stammende Tess übernimmt das Ladenlokal im Erdgeschoss und macht sich dort als Upcycling-Modeschneiderin selbstständig. Die dunkelhäutige Moyra, die als Baby von einem sehr wohlhabenden und weltoffenen Ehepaar adoptiert wurde, versucht sich beruflich neu zu orientieren, nachdem es mit der Uni-Karriere nicht geklappt hat. In dem Haus wohnen außerdem Heike und Rolf, denen nach über 30 Jahren nun das Mietverhältnis gekündigt wurde. Ihre erwachsene Tochter erwartet ein Baby, doch das Verhältnis zu den Eltern ist angespannt. Beide Paare geraten in eine existentielle Krise und es ist unklar, ob sie die Veränderungen überdauern werden. Durch zahlreiche Rückblenden setzen sich einzelne Puzzlesteine zu einem umfassenderen davon Bild zusammen, wie diese Menschen zueinandergefunden haben und was sie als Paar ausmacht. Neben den Themen Identität, Herkunft und Familie werden in dem authentisch erzählten Roman auch die Gentrifizierung und die zunehmende gesellschaftliche Spaltung angesprochen.

Franziska Knogl

Franziska Knogl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

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Anselm Oelze
Wallstein Verlag (2025)

275 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623664
ISBN 978-3-8353-5977-2
9783835359772
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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