Zu Hause bei Hadek und Mietze
Ein Baumhaus im verschneiten Wald, das ist das Zuhause von Miezke und Hadek. Die Katze und der Rüsselkäfer haben den Ofen angefeuert und vertreiben sich die Tage mit Lesen und Aus-dem-Fenster-Schauen. Was Hadek und Miezke erleben, während um sie
herum die Welt im Schnee erstarrt, ist der Zauber der Geschichten. Der tagelange Schneefall scheint die Zeit außerhalb des Hauses anzuhalten, aber durch ihre Bücher werden die beiden in ferne und fremde Welten gelockt. Und diese Welten dringen auch in die Stube der zwei Freunde ein und erscheinen ihnen als fantastische Erlebnisse, an denen sie teilhaben. Es ist eine sehr subtile Poetologie, die hier für Kinder anschaulich wird: die Dichtung schiebt sich gleichsam vor die Welterfahrung, die Fiktion wird zur Realität. Die schmalen Textzeilen geben das Setting vor, während in den Bildern das Erzählte ganz nachvollziehbar zum Erlebnis wird. Hier wird eine kleine, aufgeräumte Welt gezeigt, in der die Magie der Bücher ihre große, lebendige Wirkung entfaltet. Es ist vielen Kindern zu wünschen, dass auch sie durch dieses Buch an dieser zeitlosen, immer gültigen Magie teilhaben können, die – wie alle Leser:innen wissen – für das Leben so erfüllend sein kann!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Zu Hause bei Hadek und Mietze
Anne Herbauts ; aus dem Französischen von Ina Kronenberger
Gerstenberg (2023)
[44] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4