Meine Erinnerungskiste
Die Protagonistin hat einen intensiven Fokus auf die kleinen Dinge, die in der Natur zu entdecken sind: Steine, Vogeleier, Schneckenhäuser, Baumfrüchte, Federn … Die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich. In regelmäßigem Wechsel zeigen die
Illustrationen die Fundszenen in der Natur, eher grob illustriert, und die Fundstücke – realitätsnah wiedergegeben und sehr übersichtlich angeordnet. Entsprechend bezieht sich der jeweilige Text auf die menschliche Interaktion oder auf den Sachhintergrund der Fundstücke – ein sehr gelungener Wechsel zwischen Erzählung und Sachbuch. Umso überraschender ist es, dass die Oma, die diese Streifzüge mit der Enkelin geteilt hat und die ihr eine Erinnerungskiste für die Fundsachen geschenkt hat, mittlerweile verstorben ist. Die Erinnerung gilt nicht nur den Unternehmungen, sondern auch und vor allem der Oma. So offenbart das umfangreiche Bilderbuch, stimmig und atmosphärisch dicht illustriert, drei ganz verschiedene Facetten und im Nachhinein lassen sich auch in den Szenenbildern Spuren der Großmutter entdecken. – Ein außergewöhnliches, breit empfohlenes Buch!
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Meine Erinnerungskiste
Raffaela Schöbitz
Gerstenberg (2026)
[48] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5