Die rote Decke

Tommy ist ein außerordentlich furchtsames Kind, es gibt nichts, was ihm nicht Angst einjagt. Als er sich während eines Gewitters in einer riesigen roten Decke versteckt und sie ihm Geborgenheit schenkt, will er diese Decke nicht mehr verlassen. Egal Die rote Decke was Eltern und Geschwister machen, egal wie unbequem das ist, egal was die Schulkameraden und die Leute sagen – all dies macht ihn in der Umhüllung nichts aus, ja, er entdeckt sogar neue Stärken! Als eine Katze einem Vogel fangen will, läuft er hinter ihr her um den Vogel zu retten; allerdings wird dabei die rote Riesendecke komplett aufgezogen, weil ein Faden irgendwo hängengeblieben ist und Tommy stellt zu seiner Überraschung fest, dass es auch ohne Decke geht; er genießt sogar die neue Freiheit und die neuen Wahrnehmungsmöglichkeiten – endlich hat er in ein angstfreies Leben gefunden. – Die Geschichte von Tommy und der Decke ist in ihrer Übertreibung sehr vergnüglich; illustratorisch wird diese Wirkung sehr verstärkt, indem Größe und Farbe der Decke in jedem Bild dominieren und vielfach groteske Situationen fokussiert werden. Sie wirkt wie ein unkontrollierbarer Fremdkörper in einer ansonsten sehr aufgeräumten und geordneten Umwelt. Die Geschichte zeigt, dass Kinder manchmal ein "Übergangsobjekt" brauchen, um in der Welt noch heimischer zu werden und dass Eltern da ganz gelassen bleiben können, auch wenn die Umwelt mit Befremden und guten Ratschlägen reagiert. – Gerne und breit empfohlen, für Kinder ab 4 Jahren geeignet.

Birgit Karnbach

Birgit Karnbach

rezensiert für den Borromäusverein.

Die rote Decke

Die rote Decke

Marie Dorléans ; aus dem Französischen von Ina Kronenberger
Gerstenberg (2026)

[40] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 626128
ISBN 978-3-8369-6398-5
9783836963985
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 5
Systematik: KK
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