Die rote Wand

Es gab im Ersten Weltkrieg tatsächlich ein 15-jähriges Mädchen, das sich auf der Suche nach ihrem Vater den österreichischen Soldaten anschloss. Als Junge verkleidet kämpfte sie in den Bergen nicht nur gegen die Italiener, sondern auch gegen Hunger, Die rote Wand lebensfeindliche Witterung und das Bergmassiv der Roten Wand. Auf der Basis dieser historischen Fakten entwickelt der Autor einen Roman, der die Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges eindrucksvoll darstellt. Die Extremsituation bewirkt auch extremes Verhalten bei den Menschen, von Kameradschaft über Lagerkoller bis zum Selbstmord. Einfühlsam lässt der Autor aus den fiktiven Protagonisten echte Menschen vor dem Leser/Hörer entstehen. Und er hinterlässt ein Gefühl für die zerstörerische Macht eines sinnlosen Krieges. Die junge Frau wird nur mit "das Mädchen" bezeichnet. Ihre Identität ist scheinbar aufgegeben in der Masse der Soldaten, die in oft sinnlosen Aktionen geopfert werden. Selbstverständlich bleibt sie das Individuum, genau so wertvoll und einzigartig wie all ihre Kameraden, die bei Kriegsende, an Leib und Seele verletzt, entlassen werden, sofern sie überlebt haben. Nur die Urheber des Krieges und die ranghohen Offiziere behalten Privilegien und Ansehen. Diese Ungerechtigkeit prangert der Autor immer wieder an. Der fiktive Roman mit historischem Hintergrund ist an vielen Stellen spannend und gibt Einblick in Teile der Europäischen Geschichte, die sonst eher vernachlässigt werden. Wenn man trotz der monotonen Leseweise des Sprechers aufmerksam zuhört, lohnt sich dieser dramatische Ausflug in die umkämpfte Bergwelt unter psychologischen und historischen Gesichtspunkten.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Borromäusverein.

Die rote Wand

Die rote Wand

David Pfeifer. Philipp Schepmann liest
Random House Audio (2015)

6 CD (ca. 475 Min.)
CD

MedienNr.: 582795
ISBN 978-3-8371-3189-5
9783837131895
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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