Im Labyrinth der Lügen
Der 12-jährige Paul lebt seit fast zwei Jahren in Ost-Berlin bei seiner Oma und seinem Onkel Henri. Seine Eltern wurden bei einem Fluchtversuch verhaftet, seine Oma rettete ihn aus dem Kinderheim. Nun muss die Familie mit den Folgen leben: keine Chance
auf Arbeit in dem erlernten Beruf, Bespitzelung, Heimlichtuerei. Paul kapselt sich in der Schule ab, bis eines Tages mit Millie eine neue Mitschülerin in seine Klasse kommt, die ebenfalls Außenseiterin ist. Bei einem Besuch des Pergamonmuseums, wo Onkel Henri als Nachtwächter arbeitet, beobachten die Kinder einige Merkwürdigkeiten, denen sie auf den Grund gehen wollen. Es beginnt eine spannende Spurensuche zwischen Lügen und Halbwahrheiten, Geheimnissen und packenden Verfolgungsjagden. Der Autorin gelingt es perfekt, das Leben und die Bedingungen in der ehemaligen DDR für junge Hörerinnen und Hörer erlebbar zu machen. Man erfährt außerdem einiges über das Ischtartor im Pergamonmuseum und das alte Babylon. Stefan Kaminski liest überzeugend mit gut unterscheidbaren Stimmen der Protagonisten diese gelungene Mischung aus Geschichtsstunde, Krimi, Abenteuer-, Freundschaftsgeschichte vor. Ein Booklet mit Worterklärungen und einem Kartenausschnitt des geteilten Berlins runden das empfehlenswerte Hörbuch ab.
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Im Labyrinth der Lügen
Ute Krause. Gelesen von Stefan Kaminski
cbj audio (2016)
4 CD (ca. 265 Min.)
CD
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10