Ringel, Rangel, Rosen
Im Sommer 1961 ist Karins Welt noch ein Paradies. Sie ist 13 Jahre alt und lebt wohlbehütet mit den Eltern und dem kleinen Bruder in einem Behelfsheim am Rande Hamburgs. Ihre Freundin Regina wohnt in der Nähe, die Nachbarn sind füreinander da. Doch
Karin beginnt, über den zurückliegenden Krieg nachzudenken und darüber, wie ihre Eltern sich damals den jüdischen Mitbürgern gegenüber verhalten haben. Im Februar 1962 kommt die große Flut und Karin findet sich allein mit Oma Domischkat auf dem Hausdach wieder, weiß nicht, wie es den Eltern und dem Bruder geht, sieht Menschen ertrinken. Nach der Rettung beginnt die bange Zeit des Wartens und Hoffens in einer Notunterkunft. Ein Fotoalbum mit Bildern aus dem Krieg wirft neue Fragen auf, mit denen sich Karin allein auseinandersetzen muss, da die Eltern sich weigern, darüber zu sprechen. Ursula Illert liest den bewegenden Roman einfühlsam und voller Empathie für ihre Protagonistin. Besonders die Zeit der Sturmflut mit ihrer Dramatik und Ungewissheit gelingt ihr intensiv und ergreifend. Eine kurze Chronik der Sturmflut im Booklet rundet das gelungene Hörbuch ab, das für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen eine Bereicherung ist.
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Ringel, Rangel, Rosen
Kirsten Boie. Gelesen von Ursula Illert
Oetinger audio (2011)
3 CDs
CD