Verrat am Rhein

Seine besten Tage als Reporter sind ganz offensichtlich schon lange vorüber, da erhält Kurt Zink ein Angebot, das er kaum ablehnen kann: Eine Frau bietet ihm viel Geld für die Biografie ihres Ehemannes. Dieser soll als verdeckter Stasi-Offizier Verrat am Rhein 1972 die Fäden gezogen haben, als das Misstrauensvotum gegen Kanzler Willy Brandt scheiterte. Seinerzeit fehlten zwei Stimmen aus den eigenen Oppositionsreihen für den Kontrahenten Rainer Barzel. Zink vermutete schon damals Bestechung und wühlt sich nun noch einmal in den Fall hinein. - Für Leser-/innen, die sich an die "gute alte Zeit" der Bonner Republik erinnern, kann sich hier ein Lesevergnügen auftun. Man muss allerdings die ersten gut 70 Seiten überstehen, die leider etwas langatmig erscheinen können. Nach diesem eher schleppenden Auftakt entwickelt sich aber eine abwechslungsreiche Handlung mit vielen Einblicken in die Bonner Zeit vor 50 Jahren und in die journalistische Arbeit, die allen Büchereien durchaus empfohlen werden kann.

Thomas Oberholthaus

Thomas Oberholthaus

rezensiert für den Borromäusverein.

Verrat am Rhein

Verrat am Rhein

Hartmut Palmer
Gmeiner (2022)

407 Seiten
kt.

MedienNr.: 609338
ISBN 978-3-8392-0205-0
9783839202050
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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