Die Farben der Welt
Ida lebt in Nürnberg Ende des 16 Jh., einer wichtigen Reichsstadt mit viel Handwerkern und Händler. Sie wird Vollwaise und ihr Onkel, der ein anerkannter Apotheker ist, nimmt Ida auf. Schnell erkennt er ihr Talent als Künstlerin und fördert sie.
Idas Blumenbilder sind sehr beliebt, was ihr Zugang zu den wichtigen Familien der Stadt verschafft. Aber Ida ist sehr hübsch, was den Neid der Mädchen auf sie zieht. Die beiden besten Freunde Sebastian und Kasper buhlen um sie, aber Ida kann und will sich nicht entscheiden. In diesem Gefühlsdurcheinander geht sie auf Empfehlung ihres Mallehrers Wenzel Straub nach Florenz und versucht an der Accademia aufgenommen zu werden. Es gelingt ihr und Ida führt ein anstrengendes, aber erfülltes lehrreiches Leben, bis ihr eines Tages ein Unglück widerfährt. Sie fährt zurück nach Nürnberg und erhält den höchstlukrativen Auftrag des Fürstbischofs von Eichstätt das Blumen-, Gemüse- und Heilkräuterbuch ihres Onkels zu illustrieren. - Dieser historische Roman schildert das Leben der Handwerker und Händler. Liebe, Neid und Eifersucht sind zeitlos. Auch einen Einblick in die Malkunst des 16. Jh. und das Bemühen um die Einzigartigkeit des fürstbischöflichen Gartens von Eichstätt erhält man durch die Lektüre. Man lebt, leidet und liebt mit der Figur der Ida. Das ist Biggi Rist, die unter dem Pseudonym Johanna von Wild historische Romane verfasst, sehr gut gelungen. Ein schnell zu lesender Roman, in guter Sprache. Jeder Bücherei empfohlen!
Gabi Radeck
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Farben der Welt
Johanna von Wild
Gmeiner-Verlag (2022)
442 Seiten
kt.