Wer schön sein will, muss sterben
Eigentlich müsste Jane, 11.-Klässlerin aus New Jersey, tot sein, denn ein Auto hat sie unter ungeklärten Umständen frontal erfasst; sie überlebt schwer verletzt und ohne konkrete Erinnerung. Als Angehörige der wohlhabenden und reichen weißen
Mittelschicht war es bisher ihr höchstes Ziel, im Kreis der It-Girls und Boys beliebt zu sein, dazuzugehören, die angesagten Statusvorgaben zu erfüllen, das perfekte Leben zu performen. Doch nun gibt es Anzeichen, dass der Mord-Anschlag aus dem Kreis ihrer "Freunde" kam, doch niemand glaubt ihr. Die Autorin reißt das Problem des schönen Scheins an und zeigt manche Baustelle hinter der perfekten Fassade. Zudem erzeugt sie durch viele falsche Fährten und die zunehmend komplexere Erinnerung Janes einen wahren Heißhunger auf das "who-done-it". Dass dabei manch Unglaubhaftes und manches Klischee bemüht wird sowie eine reflektierte Persönlichkeitsentwicklung letztlich nicht stattfindet, ist dem Thrill geschuldet. Als Unterhaltungslektüre für junge Erwachsene breit empfohlen. (Übers.: Astrid Gravert)
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Wer schön sein will, muss sterben
Michele Jaffe
FJB (2011)
442 S. : Ill.
fest geb.