Die Liebe ist unsere einzige Aufgabe
Das vorliegende Buch ist die überarbeitete und aktualisierte Neuausgabe der 1994 erschienenen Biografie (dnb 94/838) der französischen Mystikerin Madeleine Delbrêl. Delbrêl wurde 1904 in Südfrankreich geboren. Das Elternhaus, der Erste Weltkrieg
und nach atheistischen Jugendjahren eine bewusste Hinwendung zu Gott weckten in Madeleine ein klares soziales Bewusstsein, das ihr ganzes Leben prägen wird. Ihr großes Lebensmotto war die Liebe in ihrer untrennbaren Einheit von Gottes- und Nächstenliebe: "Gottes Wille ist die Liebe, und man kann ihn nur lieben, wenn man die Menschen liebt." Und Delbrêl, deren Begegnungsfähigkeit von ihren Mitstreitern stets herausgehoben wurde, bringt zeitlebens ihre Gedanken zu Papier, in Gedichten, Vortragstexten, Gelegenheitsschriften. Viele dieser schriftlichen Zeugnisse wurden erst nach ihrem Tod gesammelt und veröffentlicht. Die Unbedingtheit ihres Lebens in selbstauferlegter Armut und Dienerschaft am Nächsten, ihre große Liebesfähigkeit und ihr Erneuerungswunsch für die Kirche können auch heute noch viele Menschen ansprechen. - Die spannende Lebensgeschichte dieser ungewöhnlichen Frau ist sehr akribisch aufgearbeitet, gewissenhaft und gründlich recherchiert und mit sehr vielen Anmerkungen versehen, wodurch der Lesefluss immer wieder gestört wird. Auch Stil und Gliederung erinnern eher an eine wissenschaftliche Arbeit und sind sehr theorielastig, wodurch es schwierig sein dürfte, bei einem breiten Publikum Interesse für dieses Buch zu wecken. Darum nur für ausgebaute Büchereien mit großem Bestand religiöser Schriften und theologisch interessierten Leser/innen.
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Liebe ist unsere einzige Aufgabe
Annette Schleinzer
Patmos-Verl. (2014)
312 S.
kt.