Benjamin
Der kleine Junge hatte sich so auf das Brüderchen gefreut, mit dem er Fußball spielen wollte. Doch das Baby stirbt. Robin ist traurig und spürt vor allem, dass seine Eltern und Großeltern danach ganz anders reagieren, dass die Trauer das ganze
Familienleben überschattet. Nur selten kommt die alte Fröhlichkeit auf. Robin muss sich damit abfinden, dass Benjamin für niemanden mehr erreichbar ist. Eine Lehrerin verhilft ihm zu einem Ritual, durch das er sich dem toten Bruder näher fühlen kann. Das Buch endet hoffnungsvoll durch die Geburt einer Schwester. - In ganz kurzen Szenen stellt Elfi Nijsen die Lebenssituation vor: die Geborgenheit zu Anfang, die markante Trauerphase und die Zeitdauer, bis das Kind dieses einschneidende Erlebnis überwinden kann. Das kurze Vorwort deutet darauf hin, dass die Idee zu diesem Bilderbuch aus dem Erleben der Autorin stammt. Die Illustratorin Eline van Lindenhuizen hat viele stille Bilder gefunden, um den Emotionen den nötigen Raum zu geben. Es sind die kleinen Details wie traurig sitzende Puppen, die die Trauer vermitteln. Eines der eindrücklichsten Bilder zeigt Robin ganz klein in einem großen Zimmer, wie er durch das nachtdunkle Fenster zum (nicht sichtbaren) Mond blickt. Die leise Geschichte ergänzt sicherlich den Bestand an Bilderbüchern um ein gerne ausgespartes Thema. Man sollte aber vielleicht darauf achten, dass Kinder nicht alleine und unvorbereitet mit dem doch schwierigen Thema Tod eines Geschwisters konfrontiert werden.
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Benjamin
Elfi Nijssen ; Eline van Lindenhuizen
Patmos (2016)
[12] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4