Wie ist Jesus weiß geworden?

Gespräche über Rassismus werden schnell emotional - das erlebt die Autorin oft, die sich als Geistliche der evangelischen Landeskirche auch beruflich mit dem Thema beschäftigt. Sie ist im Ruhrgebiet bei ihren weißen Großeltern aufgewachsen, aber Wie ist Jesus weiß geworden? ihr Vater stammt aus Pakistan. So war und ist sie vielfach mit Rassismus in seinen unterschiedlichsten, oft unbewussten Erscheinungsformen konfrontiert - auch bei Menschen, die sensibilisiert sind und sich bemühen, auch in ihrer Kirche. Gerade dort, unter Glaubensgeschwistern, sieht sie die Chance und zugleich die besondere Verantwortung, das Problem immer wieder sensibel und doch klar zu benennen und zu bearbeiten: Sind doch die Kirchen, z.B. über die Missionsgeschichte, aber auch bis hinein in heutige Nord-Süd-Partnerschaften, direkt darin verstrickt. Sie sind Teil der Gesellschaft und stehen mit ihr in Wechselwirkung. Und ihr Seelsorgeauftrag gilt allen. Sarah Vecera geht es nicht um persönliche Schuldzuweisungen, sondern um das Bewusstmachen und allmähliche Überwinden kollektiver Denkweisen. Weil ein Nachempfinden allenfalls begrenzt möglich ist, braucht es immer wieder das Gespräch und die Bereitschaft, das Erleben des jeweils anderen anzuerkennen. Das Buch ist eine Augen öffnende Kombination aus persönlichen Erfahrungen und Analyse, sowohl für "Weiße" als auch für "People of Color" empfehlenswert, und sollte mindestens ab mittleren Beständen angeboten werden.

Monika Graf

Monika Graf

rezensiert für den Borromäusverein.

Wie ist Jesus weiß geworden?

Wie ist Jesus weiß geworden?

Sarah Vecera
Patmos Verlag (2022)

199 Seiten
kt.

MedienNr.: 610222
ISBN 978-3-8436-1352-1
9783843613521
ca. 19,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
Diesen Titel bei der ekz kaufen.