Die Schuld einer Mutter
Drei unterschiedliche Frauentypen sind die Hauptpersonen dieser Lesung des Thrillerdebuts von Paula Daly. Da ist zum einen die von den vielfältigen Anforderungen des täglichen Lebens völlig überforderte Lisa Kallisto, die neben dem Haushalt und
ihren drei Kindern ein Tierheim leitet und finanziell gerade über die Runden kommt. Kate Rivery dagegen hat keinerlei Geldsorgen und scheint ihr Leben dem Muttersein gewidmet zu haben, was ihr offenbar vorzüglich und aufopferungsvoll gelingt. Die Töchter dieser beiden Frauen sind ebenso wie ihre Mütter befreundet. Eines Tages verschwindet Kates Tochter Lucinda, als sie die Nacht bei Lisas Tochter Sally verbringen sollte. Lisa wird schier verrückt vor lauter Vorwürfen, die sie sich daraufhin macht. Zumal vor kurzem schon ein Mädchen gekidnappt und missbraucht wurde. Nun tritt mit DC Joanne Aspinall die dritte weibliche Hauptperson auf den Plan, die sehr besonnen und professionell die Ermittlungen in dem Entführungsfall leitet. Währenddessen fallen Lisa Ungereimtheiten auf und sie beginnt selbst nach der Wahrheit zu suchen, wobei sie - mehr zufällig - über gut gehütete Geheimnisse stolpert und die Entführung aufklären kann. Bibiana Beglau und Nina Petri sprechen angenehm und nachvollziehbar die weiblichen Protagonisten, während Thomas Meinhardt dem unbekannten Mann seine Stimme verleiht, dessen Gedanken zwischen den Kapiteln eingestreut sind. Obwohl die Auflösung des Falles überhastet erfolgt und nicht restlos überzeugen kann, ergibt sich insgesamt eine stimmige und packende Lesung.
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Schuld einer Mutter
Paula Daly. Mit Bibiana Beglau ...
Der Hörverl. (2014)
1 mp3-CD (ca. 575 Min.)
mp3-CD