Die Wahrheit
Die alleinerziehende Lehrerin Sarah Petersen kümmert sich liebevoll um Sohn Leon, der seinen Vater nie kennengelernt hat. Sarah hat diesen vor sieben Jahren beim Aufbruch zu einer Südamerika-Reise zum letzte Mal gesehen. Seitdem gilt Philipp Petersen
als vermisst. Seine unverhoffte Rückkehr stellt Sarah vor die Frage, wer da heimgekehrt ist. Und es beginnt zwischen den beiden ein Kleinkrieg, der auch handgreiflich geführt wird. Nina Kunzendorf verleiht mit sanfter, leichter Stimme einer scheinbar zarten, hilflosen Frau Konturen. Doch der Schein trügt, denn Sarah Petersen ist zäh, dies erfährt der Hörer in Nebensätzen oder Ausbrüchen, die von der Sprecherin kraftvoll artikuliert werden. Andreas Pietschmann und David Striesow dagegen nehmen den Zuhörer mit auf Entdeckungsreise zu Philipp Petersen. Auch er erzählt fast nebenbei, wie ein Mensch sich während einer Gefangenschaft und den darin durchlebten Ereignissen verändert. Die Geschichte beginnt etwas zäh, es dauert, bis sich die Handlungsfäden entwirren. Der Schluss ist überraschend, vielleicht etwas zu harmonisch. Das Stück kann dennoch allen Büchereien empfohlen werden.
Leoni Heister
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Wahrheit
Melanie Raabe. Gelesen von Nina Kunzendorf ...
Der Hörverl. (2016)
1 mp3-CD (ca. 483 Min.)
mp3-CD